Informationen zum ACD-Projekt und Praxisnetzen

Einleitung und ermutigung zur teilnahme

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Sie wurden von der KVSH zur Teilnahme am Projekt ACD eingeladen. Der Dachverband der Praxisnetze Schleswig-Holstein (Dpn SH) ermutigt Sie herzlich, an diesem Projekt teilzunehmen. Wir verstehen, dass das Konzept nach einem ersten Treffen möglicherweise Fragen aufgeworfen hat, da der Begriff „Netze“ in Schleswig-Holstein oft mit formalen Ärzte- und Praxisnetzen verbunden ist. Das ACD-Projekt adressiert jedoch ein anderes Modell: „empirische“ Netze.

Was sind empirische netzwerke?

Der Begriff „empirische Netzwerke“ stammt aus den USA und bezieht sich auf die Analyse von Versorgungsdaten, um Versorger zu identifizieren, die häufig gemeinsam Patienten behandeln. Ziel ist es, die Versorgungsergebnisse zu bewerten und festzustellen, ob Kostenträger mit diesen Versorgergruppen Verträge abschließen sollten, beispielsweise zur Verbesserung von Qualitätsindikatoren. Das ACD-Projekt will dieses Konzept nun auf deutsche Verhältnisse übertragen und Daten auswerten, um die Versorgungsqualität zu verbessern.

Die bedeutung von versorgungsdaten und qualitätsindikatoren

Die Auswertung von Versorgungsindikatoren ist von großer Bedeutung, da sie die Grundlage für zukünftige Qualitätsindikatoren in der ambulanten Versorgung bilden wird. Das IQTIG des G-BA hat die Aufgabe, an der Entwicklung dieser Indikatoren mitzuwirken. Eine fundierte Datengrundlage, wie sie durch Projekte wie ACD geschaffen wird, ist essentiell für aussagekräftige und zuverlässige Indikatoren. Es geht keineswegs darum, „Zensuren“ für Versorger zu verteilen.

Ihre expertise als praktiker ist gefragt

Wir benötigen Ihre Expertise als Praktiker! Ihre Beiträge in den Arbeitsgruppensitzungen sind äußerst wertvoll. Sind die erhobenen Daten sinnvoll? Sehen Sie Möglichkeiten, diese Daten zu verbessern? Kann dies zu einer Verbesserung der Versorgung führen? Solche Beiträge sind entscheidend und letztlich für alle Praxen und ihre Patienten wichtig. Der Fokus liegt auf der Verbesserung der Versorgungsprozesse und der Qualität der Patientenbehandlung.

Zweck der gruppentermine und beeinflussung von versorgungsdaten

In den datengestützten Diskussionsgruppen sollen Wege zur Beeinflussung von Versorgungsdaten besprochen werden. Die Studie untersucht, inwieweit solche Diskussionen zu einer Veränderung der Versorgungsqualität führen können. Es ist geplant, auch formale Ärzte-Netze in solche Studien einzubeziehen, was in einem zweiten Projekt (ATP) bereits vorgesehen ist. Hier werden zunächst strukturierte Fragebögen an ausgewählte Netze bundesweit verteilt.

Weitere projekte und indikatorensysteme

Die AOK NW hat sich dem Projekt QuATRo (Qualität in Arztnetzen – Transparenz mit Routinedaten) angeschlossen, welches bereits seit 5 Jahren existiert. Teilnehmende Ärzte-Netze erhalten eine strukturierte Auswertung ihrer Qualitätsindikatoren, um in datengestützten Qualitätszirkeln Verbesserungsmaßnahmen zu erarbeiten. Die Indikatoren werden regelmäßig mit den Netzen über den AOK-Bundesverband überprüft. Ein weiteres Indikatorensystem, BRAVO, wurde von der Barmer entwickelt. Das ACD-Projekt ist in diesem Kontext zu sehen und wird vom Dachverband der Praxisnetze SH daher ausdrücklich unterstützt. Weitere Informationen zu ambulanten Qualitätsindikatoren können beim Dpn SH angefordert werden.