Forschungsfragen und Projektziel

Das Ziel des Projekts ist Verbesserung der Patientenversorgung anhand einer randomisiert kontrollierten Interventionsstudie. Zu diesem Zweck sollen faktisch zusammenarbeitende Leistungserbringer* identifiziert und miteinander vernetzt werden. Darüber hinaus werden Informationen zur Güte der Zusammenarbeit bereitgestellt, mit dem Ziel Gründe für Defizite in der Versorgung im Rahmen moderierter Netzwerktreffen zu erforschen und Verbesserungen zu erreichen.

Vier Forschungsfragen strukturieren das Projekt:

1. Wer behandelt mit wem gemeinsam Patienten?

Das erste Teilziel dieses Projekts ist es, Netzwerke von vertragsärztlichen Praxen zu identifizieren, die gemeinsam eine Patientenpopulation versorgen. Diese empirischen Netzwerke werden unter Berücksichtigung von Datenschutzauflagen auf Grundlage von Routinedaten der KVen gebildet und zeigen auf, welche Leistungserbringer de facto zusammenarbeiten. Die Identifikation von Netzwerken auf Grundlage von Routinedaten der Kassenärztlichen Vereinigungen erlaubt es, Einheiten von ambulanten Versorgern zu erfassen, die gemeinsam Patienten versorgen und somit für diese „verantwortlich“ (accountable) sind.

Beispiel ambulantes Netzwerk
Die Abbildung illustriert ein beispielhaftes Netzwerk ambulanter Leistungserbringer. Die Punkte stellen ambulante Ärzte und Psychotherapeuten dar, die Länge der Verbindungen illustriert die Stärke der Verbindung untereinander. Je kürzer die Verbindung zwischen zwei Punkten ist, desto mehr Patienten versorgen diese Personen gemeinsam.

2. Wie gut versorgen die Netzwerke ihre Patienten?

Das zweite Teilziel ist die Erhebung von risikoadjustierten, indikationsspezifischen Qualitätsindikatoren auf Ebene der identifizierten Netzwerke, auf Basis derer die Versorgungsqualität analysiert werden soll.

3. Was sind die Gründe für Defizite bzw. Stärken in der Versorgung?

Nach Erarbeitung von Erklärungsmodellen zum Zusammenhang zwischen ambulanter bzw. sektorenübergreifender Versorgung werden Ansatzpunkte zur Verbesserung der kontinuierlichen Versorgung bzw. zum Ausbau von positiven Versorgungsstrukturen systematisch in Fokusgruppenstudien und Routinedatenanalysen (KVen und Krankenkassen) erforscht und in den Netzwerktreffen implementiert. Hierfür werden typische Behandlungsmuster in den Netzwerken dargestellt und empirische Versorgungssequenzen mit geringen Hospitalisierungs- und Wiedereinweisungsraten identifiziert.

4. Verbessern die Vernetzung und strukturiertes Feedback die Versorgung?

Das mit der vierten Forschungsfrage verbundene Teilziel ist das moderierte Feedback mit Ergebnissen der Qualitätsmessung an die Leistungserbringer innerhalb von ambulanten und intersektoralen Netzwerktreffen. Im Anschluss erfolgt eine Evaluation der in vier KV-Regionen und städtischen sowie ländlichen Gebieten durchgeführten Interventionen, um eine Verbesserung der Versorgungsstrukturen zu erzielen.

Die aktive Vernetzung und moderierte Netzwerktreffen innerhalb des Projekts bilden die innovative Grundlage, um gemeinsam über versorgte Patientenpopulationen zu reflektieren, Gründe für Brüche in der Zusammenarbeit zu erforschen, durch strukturiertes Feedback an die Versorger ambulant-sensitive Krankenhausfälle und Wiedereinweisungen zu reduzieren und die intra- und intersektorale Zusammenarbeit zu verbessern. Die betrachteten Ergebnisse werden auf Basis von Abrechnungsdaten der beteiligten Krankenkassen ermittelt.

Für weitere Informationen klicken Sie auf unser ACD Projektposter:

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in der folgenden Ausarbeitung auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche personenbezogene Bezeichnungen gelten für beiderlei Geschlecht. 

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