FAQ Studienteilnehmer

Warum bin ich bei der ACD-Studie dabei?

Das ergibt sich in erster Linie aus dem Studiendesign. Die gebildeten ACD-Netzwerke richten sich nach den gemeinsam behandelten Patienten. Auf Basis kassenärztlicher Abrechnungsdaten hat das Studienteam eine gemeinsam versorgte Patientenpopulation identifiziert. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Webseite.

Warum bin ich für die Studie wichtig?

Wenn Sie an der Versorgung dieser Patienten beteiligt sind, sind Sie auf Basis der Studie von hoher Relevanz für die Versorgung und somit Teil des ACD-Netzwerks. Bei Fragen zum ACD-Projekt können Sie auch unser Studientelefon (089 – 2180 1660) kontaktieren.

Was bedeutet die Netzwerkinformation, die ich per Post erhalten habe?

Die Netzwerkinformation ist ein für Sie erstelltes Dokument, das Ihnen neue Erkenntnisse zu Ihren Patienten und anderen Versorgern in Ihrem Umfeld ermöglichen soll. Die angegebenen Werte sind vom Studienteam mehrfach qualitätsgesichert und basieren auf Abrechnungsdaten der Techniker Krankenkasse, der AOK Rheinland/Hamburg und der AOK Nordwest. Die Netzwerkinformationen enthalten keinerlei Wertung, politische Statements oder Auswirkungen auf Ihren Arbeitsalltag. Sie dienen ausschließlich der eigenen fachlichen  Einschätzung und Interpretation sowie als Grundlage für die Diskussion mit Ihren Kollegen auf den ACD-Netzwerktreffen.

Was sind ACD-Netzwerktreffen?

Die ACD-Netzwerktreffen sollen einen informellen Austausch zwischen Ihnen und Ihren Kollegen fördern. Es sind interdisziplinäre Workshops, die von erfahrenen Moderatoren (i.d.R. selber Ärzte und Therapeuten) geleitet werden. Erkundigen Sie sich gerne bei Ihrem Ansprechpartner in Ihrer KV. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Webseite.

Kann ich an ACD-Netzwerktreffen teilnehmen?

Wir laden Sie und die Kollegen Ihres ACD-Netzwerkes während der Projektdauer (Herbst 2018 bis Herbst 2020) zweimal jährlich zu einem ACD-Netzwerktreffen ein. Sie erhalten von Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung jeweils eine Einladung per Post oder Fax. Erkundigen Sie sich gerne bei Ihrem Ansprechpartner in Ihrer KV. Die Kontaktdaten können Sie der Netzwerkinformation entnehmen. Der durch die Teilnahme an den Netzwerktreffen entstandene zeitliche Aufwand wird Ihnen vergütet. Die Netzwerktreffen sind als Fortbildung von der Ärzte- und Psychotherapeutenkammer anerkannt.

Werden meine Mitgliedsbeiträge dafür eingesetzt?

Das Projekt wird vollständig aus Mitteln des Innovationsfonds finanziert. Dieser Fonds beruht auf dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz aus dem Jahr 2015 und fördert jährlich Projekte der integrierten Versorgung und Versorgungsforschung mit bis zu 300 Millionen Euro. Er setzt sich aus Rücklagen der Krankenkassen und des Gesundheitsfonds zusammen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen erhalten ihre Mittel für Personal und Ressourcen ebenfalls aus dem Innovationsfonds, sodass keine Mitgliedsbeiträge dafür verwendet werden.

Ich habe kein Interesse an der Studie, kann ich mich ausschreiben lassen?

Selbstverständlich haben Sie das Recht, keine weitere Kontaktaufnahme im Rahmen des ACD-Projektes zu erhalten. Wenden Sie sich dafür bitte an die auf Ihrer Netzwerkinformation genannten Ansprechpartner Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung.

Warum sollte ich mir für das ACD-Projekt die Zeit nehmen?

In der ACD-Studie wollen wir herausfinden, wie die kollegiale Zusammenarbeit von Ärzten und Psychotherapeuten gestärkt werden kann. Studien aus Kanada und den USA belegen, dass ein regelmäßiger, informeller Austausch zwischen den an der Versorgung Beteiligten und abgestimmte Behandlungspfade die Berufszufriedenheit und Versorgung von Patienten verbessern kann. Niedergelassene Ärzte, die gemeinsam eine signifikante Anzahl von Patienten mit bestimmter Diagnose behandeln, wurden identifiziert und über ihren gemeinsamen Patientenstamm in Kenntnis gesetzt. Das strukturierte Teilen dieser Information soll Ihre Informationslage verbessern und kann potentiell die kontinuierliche Versorgung verbessern. Die angebotenen Netzwerktreffen können genutzt werden, um Kollegen in dem Netzwerk kennen zulernen und um die gemeinsame Versorgung chronisch erkrankter Patienten mit Hilfe der Netzwerkinformation zu diskutieren. Die Netzwerkinformation bietet somit einen bisher nicht verfügbaren Überblick über die Behandlung eines Patientenstamms und die Netzwerktreffen bieten eine Plattform für potentiellen Austausch.

Bei meinen arztindividuellen Diagnosen werden Patienten mit Diabetes erwähnt, aber ich habe bei keinen Patienten Diabetes diagnostiziert. Liegt ein Fehler vor?

Die Auswertungen sind vom Studienteam mehrfach geprüft und qualitätsgesichert. Das beschriebene Phänomen ergibt sich aus dem Studiendesign. Alle Erhebungen erfolgten patientenbezogen – das heißt, wenn bei einem Patienten im Beobachtungszeitraum (2016-2017) die Diagnose Diabetes gestellt wurde, wurde dieser Patient als Diabetiker ausgewiesen, unabhängig davon, ob Sie selber als Arzt oder Psychotherapeut diese Diagnose bei dem bestimmten Patienten gestellt haben. Die Herangehensweise wird zum Beispiel auch für die Messung der Verschreibung von Medikation angewandt. Insgesamt haben die von Ihnen mitbehandelten Patienten einen messbaren Einfluss in Ihrem ACD-Netzwerk.

Welche neuen Erkenntnisse kann ich durch das Projekt ACD bekommen?

Vor Beginn der ACD-Studie wurde das Studiendesign in Nordrhein-Westfalen im Rahmen einer Pilotstudie getestet. Das überzeugende und positive Feedback der Ärzte und Therapeuten wird als Grundlage für die aktuelle Intervention genutzt. Aus dieser Pilotstudie ist erkennbar, dass die wahrgenommenen Netzwerke und Kooperationen oft von der Versorgerrealität abweichen, da Ihre Patienten im Zuge der freien Arztwahl ohne Ihre Kenntnis den Arzt oder Therapeuten wechseln könnten. Das ACD-Projekt liefert somit neue Erkenntnisse bezüglich der tatsächlichen Patientenströme und kann neue Blickwinkel für Ihre Arbeit liefern.

Wollen Sie mir vorschreiben, wie ich zu arbeiten habe?

Es ist nicht das Ziel des ACD-Projektes, in den Arbeitsalltag der Ärzte und Therapeuten einzugreifen. Das Projekt bietet Ihnen die Möglichkeit, Reflexionsarbeit mit Ihren Kollegen durchzuführen. Daraus möglich Maßnahmen abzuleiten kann – wenn überhaupt – nur von Ihnen übernommen werden. Die ersten Ergebnisse der Pilotstudie haben jedoch gezeigt, dass eine Auseinandersetzung mit der Thematik mittelfristig zu positiven Effekten (z.B. geringer Zeitaufwand bei der Versorgung der Patienten) führt.

Warum fehlen Fachgruppen in meinem ACD-Netzwerk, mit denen ich eng zusammenarbeite?

Bei der Netzwerkbildung fließen zwei zentrale Faktoren in die Bewertung ein. Erstens die gemeinsam behandelten Patienten und zweitens die ausgewählten 14 Diagnosegruppen, welche bundesweit für die Versorgung von besonderer Relevanz sind. Einige Fachgruppen sind stärker und andere weniger stark mit Ihnen und der Versorgung dieser Patienten verbunden. Oftmals arbeiten Sie auch bewusst mit einzelnen Kollegen stärker zusammen, aber Ihre Patienten wählen ohne Ihre Kenntnis zusätzliche andere Ärzte und Therapeuten.

Ich arbeite in einer Gemeinschaftspraxis, aber außer mir wurde niemand zum ACD-Netzwerk angeschrieben?

Dafür kann es mehrere Gründe geben. Einerseits wurden bei der Konstruktion der ACD-Netzwerke keine Arztbeziehungen per Notfall- oder Vertreterscheinen berücksichtigt. Ebenfalls wurden (Limitierung der Daten) keine Kinderärzte und weitere gesonderte Facharztrichtungen berücksichtigt. Ein weiterer Grund kann das Studiendesign sein, welches mindestens 20 gemeinsam behandelte Patienten mit mindestens einer der in der Studie eingeschlossenen Diagnosegruppen oder 5% der eigenen Patienten zwischen zwei Ärzten/Therapeuten voraussetzt. Ein weiterer uns bekannter Grund ist die Restriktion auf Routinedaten. Oftmals wird der Austausch zwischen zwei räumlich getrennten Arztpraxen dokumentiert, hingegen in einer Gemeinschaftspraxis nicht, da der Austausch oft informell passiert. Kontaktieren Sie uns gerne unter unserem Studientelefon (089 2180 1660) sofern Sie Rückfragen zur Konstruktion des ACD-Netzwerks haben.

Warum wurde meine Region falsch bezeichnet?

Die KV-Gebiete wurden organisatorisch in Raumordnungsregionen* aufgeteilt. Dabei haben wir uns aufgrund von Datenschutzrestriktionen an der Postleitzahl der meisten Patienten im Netzwerk orientiert. Dies führt jedoch unter Umständen zu Abweichungen von der tatsächlichen Region Ihrer Praxis.

*Raumordnungsregionen sind eine funktionale Gliederung des Bundesgebietes zum Zweck der Raumordnung. Sie werden vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung veröffentlicht.

Was hat es mit dem Telefoninterview auf sich und wie lange dauert es?

Im Laufe des Projekts werden zufällige Stichproben aus den Teilnehmenden der Netzwerktreffen gezogen, um im Rahmen eines Telefoninterviews die Erfahrungen mit der ACD Studie einzuholen. Dabei geht es sowohl um Ihre Meinung zu den Netzwerkinformationen als auch Ihre Einschätzung zum Mehrwert der Netzwerktreffen. Sie können uns somit mitteilen, wie Sie die Wirkung der ACD-Studie auf Ihre Arbeitsrealität bewerten. Die Durchführung der Interviews erfolgt über die Ludwig-Maximilians-Universität München und das Institut für Allgemeinmedizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und wird etwa 15-20 Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nehmen.

Warum habe ich eine Information über die Anzahl von Patienten im Netzwerk erhalten, welche in folgenden Netzwerkinformationen deutlich geringer ist?

Die Informationen basieren auf zwei unterschiedlichen Datengrundlagen. In den ersten Projektinformationen haben Sie Informationen auf Basis kassenärztlicher Abrechnungsdaten erhalten. Folgende Informationen basieren auf den Abrechnungsdaten der AOK Rheinland/Hamburg, der AOK Nordwest und der Techniker Krankenkasse und werden daher immer geringer ausfallen als in der ersten Information. 

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